Who started the flamewar? [Grandpa’s Version]

Ich möchte den neuen Supervirus „Flame“ mal zum Anlass nehmen, ein neues Feature des Blogs einzuführen: Die [Grandpa’s Version] . Es geht dabei darum, einen parallel veröffentlichten Artikel auf möglichst einfaches Niveau herunterzubrechen. Gerade bei dem aktuellen Mediengeraschel um Flame halte ich das für sehr angebracht.

Also, worum geht es bei Flame? Wer es nicht mitbekommen hat: Hier mal der Heise-Artikel dazu.

Oder die Kurzversion von mir:

Vor zwei Tagen veröffentlichte der Anti-Viren-Hersteller Kaspersky eine Meldung, nach der sie einen neuen „Supervirus“ entdeckt hätten, der sehr komplex sei. Man hätte mehrere Computer in der arabischen Welt identifiziert, auf denen der Trojaner (das ist ein Programm, das Computer ausspioniert) installiert sei. Seit dem hat „Flame“, wie der Virus getauft wurde, in den Medien die Runde gemacht und sogar Erwähnung in der Tagesschau gefunden.

Ich möchte der teilweise extrem undifferenzierten Berichterstattung einige wenige Fakten hinzufügen, und zwar so, dass ihr auch eurem Opa erklären könnt, weshalb der Virus gar nicht so gefährlich ist.

Die Infektionsrate von Flame

Mit Infektionsrate meine ich die Geschwindigkeit, in der sich der Virus ausbreitet. Die meisten Viren werden nämlich irgendwo installiert und sind dann in der Lage, sich selbstständig durch Sicherheitslücken auf andere PCs zu übertragen.

Verbreitung von Flame

Der Virus Flame hat laut Kaspersky inzwischen 382 Computer infiziert. Bei einem mitgeteilten Alter von fünf Jahren macht das 0,21 PCs pro Tag, also alle 5 Tage ein PC. Mit dieser Zahl kann man so erst einmal wenig anfangen. Bedenkt man aber, dass „Conficker“, der einige Zeit vorher in den Medien war, bis zu 15 Millionen Computer infiziert haben soll, und geben wir ihm ebenfalls 5 Jahre Zeit (es waren bedeutend weniger!), so kommen wir bereits auf eine Infektionsrate von 137 pro Minute, also in jeder Sekunde 2,3 Infektionen. Es ist auch für den Laien leicht zu erkennen, dass allein die Geschwindigkeit der Infektion nichts mit der Bezeichnung „Supervirus“ zu tun haben kann.

Die Funktionen von Flame

Der Virus kann, so Kaspersky, Kamera, Maus, Tastatur, Mikrofon und Bildschirm aufnehmen. Das ist in der Tat eine ganze Menge von Funktionen, und eine allein würde ausreichen um den Virus zu einem sehr unangenehmen Zeitgenossen auf dem eigenen Computer zu machen. Dazu sind aber zwei Dinge anzuführen:

  1. Die Funktionen, so unangenehm und schlimm sie auch sein mögen, sind in der Computerwelt leider keine Seltenheit. Es ist inzwischen selbst für Laien eine Kleinigkeit, ein Programm mit eben solchen Funktionen zusammenzustellen.
  2. Eine Infektion europäischer Computer taucht in der Analyse gar nicht auf. Es ist also ohnehin sehr unwahrscheinlich, dass der Virus auf dem PC zuhause ist.

Die Gefahr, die von Flame ausgeht

Wie bereits erwähnt ist der Virus bisher nur in arabischen Ländern minimal verbreitet. Für Europäer scheint es keine Gefahr zu geben, immerhin kam der Virus in den letzten fünf Jahren auch nicht hierher. Man kann also ohne schlechtes Gewissen sagen, dass für den normalen Heimanwender keinerlei Gefahr besteht.

Was sollte ich jetzt tun?

Allein wegen Flame sollte niemand in Panik ausbrechen. Es gibt aber ein paar allgemeine Verhaltensregeln, die man ohnehin immer beachten sollte:

  1. Hirn an – Augen auf: Nichts schützt besser vor Viren als Nachdenken und Hinsehen. Wer nicht blind alles glaubt und alles herunterlädt, der ist schon fast sicher. Software am besten nur von sicheren Quellen installieren, Werbeanzeigen weder vertrauen noch anklicken. E-Mail-Anhänge, auf die in der Mail nicht ausdrücklich hingewiesen wird einfach ignorieren, E-Mails von unbekannten Absendern sowieso.
  2. System aufräumen: Es gibt viele Gründe, weshalb man keine ungenutzte Software auf seiner Festplatte haben sollte. Es gilt: Wenn man ein Programm nicht oder nicht mehr benötigt, deinstalliert man es. So kann es keine Lücke für potenzielle Angreifen bieten.
  3. System aktuell halten: Automatische Windows-Updates sollten beim Laien immer an sein. Ebenso sollten installierte Programme regelmäßig (mindestens 1 Mal pro Woche) auf Updates prüfen bzw. überprüft werden. So verhindert man, dass längst gestopfte Lücken auf dem System verbleiben.
  4. Autorun aus: CDs, DVDs, USB-Sticks und externe Festplatten sollten auf keinen Fall eigenständig starten dürfen. Wie man das macht? So  oder so .
  5. Virensoftware gezielt einsetzen: Virensoftware ist sehr umstritten. Für den normalen Anwender ist es aber nicht schlecht, sich eine kostenlose Variante, zum Beispiel von Avira oder von AVG zu installieren. Auch hier gilt: Regelmäßige Updates!
  6. Für Smartphone-Besitzer: Android informiert vor jedem Download über die Berechtigungen die eine App anfordert. Sollte ein Spiel zum Beispiel SMS versenden wollen: Finger weg!
  7. UAC nutzen: Die UAC ist die Benutzerzugangssteuerung von neuen Windows-Systemen. Auch wenn sie oft nervt und bei einigen sogar verhasst ist: Einfacher kann man seinen Schutz kaum bekommen. Ein paar mehr Klicks gegen sehr viel mehr Sicherheit sind ein guter Deal.

Wo kommt denn jetzt eigentlich der Wirbel um „Flame“ her?

Genau kann man das nicht sagen. Es gibt jedoch zwei Theorien, die beide gut zu begründen wären:

  1. Eine Regierung (zum Beispiel Israel) hat „Flame“ losgeschickt, um seine Feinde zu beobachten. Das wäre gut möglich und würde zur Funktion passen, belegbar ist es jedoch nicht bzw. nur schwer
  2. Kaspersky hat sein Beispiel des Virus von einer Organisation namens „ITU“ bekommen. Es gibt viele (so auch ich), die glauben, dass die ITU, deren Ziel es ist, Einfluss und Kontrolle im bzw. über das Internet zu bekommen, damit nur auf sich aufmerksam machen will und unnötige Hysterie schürt. Kaspersky spielt dieses Spiel mit, weil sie hoffen, so mehr Antivirensoftware verkaufen zu können.

Leider spielen die Medien dabei mit, den Virus als „Supervirus“ zu bezeichnen. Nach diesem Artikel wisst ihr aber, warum Flame kein Supervirus ist, und Opa weiß es, wenn ihr es ihm erklärt, dann auch bald.

Fragen gehören in die Kommentare, Feedback ebenso.

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