Hörempfehlung: Schlacht um Lauers Büro

Ich hab schon seit Tagen den Podcast von Christopher Lauer mit Holger Klein  (auch hier ) im Google Reader auf “unread”, einfach weil ich mich mal wieder etwas mehr mit den Piraten beschäftigen möchte. Warum? Weil Lauer mich aufgefordert hat, dem Piratenladen beizutreten und ihn doch einfach umzukrempeln, wenn er mir nicht gefällt. Ich hab das bewusst noch nicht verbloggt, einfach weil mit nicht klar ist, ob ich das gut finden soll, dass er so Verantwortung abgibt, oder ob ich das doof finden soll, weil es doch seine Aufgabe ist, aktiv und passiv Verantwortung zu übernehmen. (Dieser Gewissenskonflikt ist jetzt extrem eingedampft.)

“Schlacht um Lauers Büro” nennen die beiden den Podcast, in dem sie politisch inkorrekt über alles mögliche reden. Mehr als einmal erinnern sie mich dabei an unsere Podcarsts, weil sie ähnlich aufgedreht, unorientiert und lachflashlastig durch ihre Themen stolpern. Das gefällt mir schonmal, und ich kann nicht anders, als Lauer sympathisch finden, obwohl ich immer noch ausrasten könnte, wenn ich an diese Pop-Sache… Ach vergessen wir das.

Was ich eigentlich sagen will:

1) Hört den Podcast mal an. Ehrlich, in 90 Minuten kommt zwar nicht so mörderviel Neues rüber, aber es ist eine ganz nette Zusammenfassung der “polititschen Kultur” in Deutschland.

2) zu der “politischen Kultur”: Lauer erklärt da exakt das, was mir an ihm selbst auf den Sack geht. Nämlich, dass die Parteien so unfassbar in ihren Grabenkämpfen und persönlichen Eitelkeiten, in ihrem ekelhaften Machterhalts- und Machterweiterungsspielchen gefangen sind, dass sie das, wofür sie irgendwann mal da waren.

3) Lauer ist “krawallig”. Das nach Eigenbeschreibung und zwar so was von. Der pöbelt, der schimpft, der beleidigt. Und dann was sagen, wenn ich ihm nen offenen Brief schreibe statt erst mal per Mail anzufragen? Herr Lauer, haben sie bei allen vorher per Mail ihre Kritik geäußert? Eben. Krawall wenn was nicht passt ist die richtige Methode. Krawall, in den die Medien einbezogen werden, ist die einzige Möglichtkeit die “politische Kultur” ohne echte landesweite Revolution zu verändern. Laut sein, richtig heftige Shitstorms lostreten, die es in alle Medien schaffen (s. Guttenberg), das ist die Übergangspolitik.

Laut sein wenn was nervt, pöbeln und schimpfen, wenn man sonst nix machen kann. Wenn man aber, Herr Lauer, was machen kann (nämlich zum Beispiel seine Erkenntnisse den Grünen zur Verfügung zu stellen und mit ihnen zusammenzuarbeiten), dann macht man erst mal das. Später rumpöbeln kann man ja immernoch.

4) Die Rolle der Medien. Dieser ganze Rotzladen ist ein Teil dieses Systems. Ich habs schon tausendmal gesagt: Mit der Abschaffung der “politischen Kultur” muss eine Neuerfindung der “journalistischen Kultur” einhergehen. Heut morgen nach dem Aufstehen kam mir das da unter die Augen. Das ist das perfekte Beispiel dafür, wie kaputt unser System ist (jaja, das ist Österreich, aber macht in dem Fall keinen Unterschied).

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